findus (vorbereitungsteam)

wolfsgeheul

Wolfsgeheul.
Ich trete den Rückzug an.
Fassungslos, wie schnell mein Rudel mich verlassen kann.
Ich weiß, sie werden euch fassen – und dann
ziehen mich rote Augen in ihren Bann.

Sie erinnern mich an gestern Nacht.
Für euch habe ich sie durchgemacht.
Jetzt steht ihr als Linksradikale unter Verdacht,
kalte Wut, lodernder Hass wurde entfacht.
Hab ihr dabei auch mal an mich gedacht?
Was euer Handeln mit anderen macht?
Wart ihr euch bewusst eurer Macht?

Wolfsgeheul.
Ihr hört nur euch allein.
Rote Augen, gehetzt, aufgerissen, spiegeln den Mondenschein.
Es stimmen nicht alle in euer Heulen mit ein.

Die leisen Stimmen werden nicht gehört,
Unsicherheit flüstert, verängstigt, verstört.
Durch eure Größe macht ihr sie klein,
geht nicht auf ihre Bedürfnisse ein.
Sie passen in keine Ecke rein,
sind in der Mitte, die Schnittstelle, unter vielen allein.
Und das soll Gemeinschaft sein?

Ich weiß genau was ihr jetzt denkt,
die Utopie wird uns nicht geschenkt,
stattdessen immer weiter an den Rand gedrängt,
wir müssen kämpfen, sonst werden wir eingezwängt.

Ich teile eure Meinung: Auch ich will Utopie verbreiten,
doch für mich braucht es keine zwei Seiten.
Ein „wir“ und „die“ wird uns verleiten,
Menschen ihre Menschlichkeit abzustreiten.

Mit Liebe macht sie nackt, wenn ihr euch traut.
Unter der Uniform, wie unterm Hippiekleid, unter Springerstiefeln steckt auch nur warme Haut.
Gebt acht, dass ihr nie verlernt Brücken zu bauen,
mit einem Lächeln unter ihre Panzer zu schauen,
ihre Angst zu erkennen, ihnen die Hand reichend zu zeigen,
wie wir gemeinsam auf Bäume steigen.

Manche werden euch trotzdem verletzen,
Hunde auf euch hetzen, eure Friedlichkeit nicht schätzen
und ich bekomme Angst vor euren Sätzen,
die generalisieren, die Verständnis meiden,
die euch dann nicht mehr von ihnen unterscheiden.

Wolfsgeheul.
Ein Lied von Wut, Verachtung und Schmerz,
ich stimme nicht mit ein, stattdessen heult mein Herz.
Aus Angst um euch und dass ihr vergesst,
was euch auf Bäume klettern lässt.
Ist‘s nicht Gemeinschaft, Liebe, Utopie?
Warum sah ich diese nie?
Wie könnt ihr den Staat so sehr hassen,
dabei eure Freunde verlassen,
ihre Grenzen missachten, wie es auch euch geschieht,
uns zu entzweien mit eurem Lied.

Be careful, be quiet, most important of all,
don‘t push the ones you love far enough for them to fall!

Viele Wegen können Wandel gestalten,
doch dabei müssen wir zusammenhalten.
We need to stick together!

Und wenn wir uns das nächste Mal sehen,
lass uns gemeinsame Wege gehen,
lass uns innehalten und lauschen,
vorher Perspektiven tauschen,
und wenn das ganze Rudel mitgehen kann,
treten wir gemeinsam verschiedene Wege an:
Bunter Widerstand, geplant und ohne Hast,
sitzen wir vielleicht bald auf dem selben Ast.